Universität Mannheim / Sowi / LSPOL3 / Forschung / Innerparteiliche Heterogenität

Innerparteiliche Heterogenität und ihre politischen Konsequenzen in den Staaten Westeuropas

Parteien werden in der Politikwissenschaft häufig als “einheitliche Akteure” dargestellt. Diese vereinfachende Annahme trifft aber meist nicht zu, da Parteien divergierende regionale und innerparteilich organisierte Interessen ihrer Mitglieder repräsentieren. Auf der Grundlage von Theorien zu Wahl- und Parteiensystemen, zur politischen Sozialisation, Parteiorganisation und zum Prinzipal-Agenten-Ansatz zielt dieses Projekt darauf ab, die Ursachen und Implikationen innerparteilicher Kohäsion zu erklären. Die Erklärungsansätze berücksichtigen individuelle Charakteristika von Abgeordneten und Ministern sowie länder- und parteispezifische institutionelle Faktoren. Des Weiteren werden innerhalb des Projekts die Folgen von innerparteilicher Kohäsion für die parlamentarische Entscheidungsfindung untersucht. Es wird argumentiert, dass innerparteiliche Heterogenität Auswirkungen auf die Macht und das Verhalten politischer Akteure hat. Dies beeinflusst etwa die Muster der Ämterverteilung und die personelle Zusammensetzung von Kabinetten. Unter Verwendung von Daten aus neun westeuropäischen Demokratien (Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich, Schweden und Spanien), die in ihrer institutionellen Struktur und in den Eigenschaften ihrer Parteiensysteme variieren, werden Reden parlamentarischer Abgeordneter mithilfe von computergestützten Methoden der Inhaltsanalyse untersucht. Das Projekt soll – durch das bessere Verständnis der Ursachen und Konsequenzen innerparteilicher programmatischer Heterogenität – helfen, das Verhalten parteipolitischer Akteure im politischen Entscheidungsprozess besser zu erklären.